Am 20. Oktober 1804 wurde die Kirche in Kämmerzell eingeweiht. Sie ist dem Heiligen St. Godehard gewidmet.

Der Hl. Godehard von Hildesheim (Gedenken : 5. Mai)

Weil er weit über die Grenzen Bayerns und Sachsens, wo er wirkte, in fast allen Staaten Europas von Schweden nach Italien, von Flandern nach Siebenbürgen und Südslawien verehrt wird, ist der hl. Godehard Patron zahlreicher Kirchen und Wallfahrtsorte. Darunter von Hildesheim und Niederaltaich; aber auch die Mailänder preisen ihn und beten seine eigene Präfation an seinem Namensfeste, im Dorne von Genua trägt eine Kapelle seinen Namen, auch Ungarn, Holland und Polen haben Denkmäler und Statuen zu seiner Ehre errichtet. Der St.-Gotthard-Pass in der Schweiz trägt nach ihm den Namen; früher beteten dort die deutschen Kaufleute und Pilger an der ihm zu Ehren von bayerischen Herzögen gebauten Kapelle.

Der Hl. Godehard (Gotthard) wird angerufen gegen Gicht, Rheuma, Nierensteinleiden, Kinderkrankheiten, schwere Geburt, gegen Blitz und Hagel. Er ist also ein Helfer für allerlei Nöte. Dargestellt wird er als Bischof, Drachen unter den Füßen, Kirchenmodell in der Hand, Tote erweckend, auch brennende Kohlen unter dem Chorrock tragend.

Godehard wurde als Kind armer Bauersleute in Reichersdorf bei Niederaltaich in Niederbayern um 960 geboren. Der Knabe, dessen Vater für das Kloster arbeitete, besuchte die Klosterschule, weil er sich für die Wissenschaften anstelliger zeigte als für den Beruf des Bauern. Er tat sich dort bald hervor durch seinen glühenden Lerneifer und seine vorzüglichen Charakteranlagen, so dass der Erzbischof von Salzburg, der oft im Kloster verkehrte, auf den vielversprechenden Jüngling aufmerksam wurde und ihn mit sich nach Salzburg nahm, wo er ihn weitere drei Jahre unterrichten ließ. Doch das Hofleben befriedigte Godehard nicht; er kehrte deshalb als Mönch nach Niederaltaich zurück, das inzwischen aus einem Chorherrenstift in ein Benediktinerkloster umgewandelt worden war.

Die Priesterweihe empfing er vom hl. Bischof Wolfgang von Regensburg.

Kurze Zeit danach schon wurde Gotthard zum Prior und wieder einige Jahre später, 996 zum Abt des Klosters ernannt.

Als energischer Vorkämpfer der cluniazensischen Reformgedanken ist Godehard der eigentliche Neugestalter des Klosters.

Doch setzte er nicht nur dort seine Reformen durch, er reformierte und leitete auch die Klöster Tegernsee, München und Hersfeld an der Fulda.

Zwischendurch war er Abt des Klosters Kremsmünster.

Überall führte er die strenge Ordensauffassung von Cluny ein und pflegte vor allem Zucht und Gelehrsamkeit in den ihm unterstellten Abteien.

Es war eine harte und mit manchen Enttäuschungen verbundene Arbeit, da Sittenverfall seit Jahren sich in den Klöstern breit gemacht hatten.

Unsägliche Schwierigkeiten und Widerwärtigkeiten hatte er zu überwinden. Der Ruf seiner fruchtbaren Arbeit war bis zu Kaiser Heinrich gedrungen, und als der bischöfliche Stuhl durch den Tod des hl. Bernward verwaist stand, erhob der Kaiser Godehard zum Bischof von Hildesheim. Trotz seines hohen Alters war er auch hier vor allem um die Erziehung der jungen Geistlichen bemüht, die Hildesheimer Domschule wurde unter ihm zur Pflanzstätte der Gelehrsamkeit und Gottesfurcht.

Er stattete die Klöster mit besseren Einkünften aus, damit sie den notwendigen Nachwuchs ausbilden konnten.

Er baute Kirchen und ließ die baufälligen wiederherstellen. Mit nachdrücklicher Strenge war er um die Reinhaltung und Ausschmückung der Gotteshäuser bemüht. Er hob das Schulwesen und richtete eine Schule für Schreib- und Malkunst ein. Godehard wird als Bayerns größter Baumeister des Frühmittelalters bezeichnet.

So vollendete er die St.-Michaels- Kirche in Hildesheim, stiftete dort ein Spital für die Armen, erbaute die Klöster St. Moritz und St. Andreas.

Schon bei Lebzeiten durfte der Heilige mit Gottes Hilfe zahlreiche Wunder wirken.

So heilte er während einer Synode in Mainz einen Besessenen und erweckte sogar Tote, damit sie ihre letzte, vor ihrem Sterben noch nicht getätigte Beichte ablegen konnten. Der hl. Godehard starb am 5. Mai 1038.

Papst Innozenz II. sprach ihn am 31. Oktober 1131 heilig und ließ ihm zu Ehren die herrliche Kirche St. Godehard in Hildesheim erbauen, wo der Leib des Heiligen in einem prachtvollen Sarg ruht.